Adidas Superstar?

Zwar kann sich auch die jüngste Bilanz des zweitgrößten Sportartikelkonzerns sehen lassen, vor allem, was die Ertragsseite angeht. Das Umsatzwachstum hat sich allerdings mit 3% auf nunmehr 21,9 Mrd. Euro spürbar verlangsamt. Mit einem prognostizierten währungsbereinigten Umsatzplus zwischen 5% und 8% für 2019 verabschiedet sich Adidas erst einmal von zweistelligen Wachstumsraten.An den ehrgeizigen Zielen, die sich der Konzern 2015 mit der Strategie „Creating the New“ bis 2020 gesteckt hat, hält Adidas-CEO Kasper Rorsted allerdings fest: ein durchschnittliches jährliches währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 10% bis 12% von 2015 bis 2020, Gewinnen von Marktanteilen, Gewinnwachstum um durchschnittlich 22% bis 24% von 2015 bis 2020 sowie eine Dividendenausschüttungs-Quote zwischen 30% und 50%. „Wir haben große Fortschritte dabei gemacht, unsere Finanzziele bis 2020 zu erreichen und bestätigen diese“, sagt Rorsted. „Unsere strategischen Wachstumstreiber – Adidas Nordamerika, China und E-Commerce – sind wieder zweistellig gewachsen. 2019 werden wir die Umsetzung von ‚Creating the New‘ weiter vorantreiben, um erneut qualitativ hochwertiges Umsatzwachstum und überproportionale Gewinnsteigerungen zu erreichen“. Das sind die fünf größten Herausforderungen für den Nike-Rivalen:

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Produktionsengpässe bremsen Nordamerika-Geschäft

Engpässe in der Produktion bremsen das aktuelle Wachstum. „Wir haben ein Lieferproblem, damit sind wir sehr unglücklich”, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Herzogenaurach. Dieses Unglück lässt sich beziffern: 200 bis 400 Mio. Euro Umsatz werden Adidas im laufenden Jahr voraussichtlich dadurch entgehen, dass das Unternehmen nicht schnell genug auf die stark gestiegene Nachfrage vor allem in Nordamerika reagiert hat. Es ist vor allem der Run auf Bekleidung im mittleren Preissegment, der nicht vollständig bedient werden kann. So ist es also gerade der Angriff im Heimatmarkt von Nike, der den Rivalen an seine Grenzen stoßen lässt. Zu der Frage, inwiefern der jüngste Wechsel im Vorstand mit dieser Situation zu tun hat, gibt es von Kasper Rorsted nur einen Kommentar: „Dazu sage ich nichts.“ Mit Martin Shankland hat Adidas seit März einen neuen Vorstand für Global Operations. Der 47-Jährige folgte auf Gil Steyaert, der diesen Posten erst seit Mai 2017 innehatte.