Komoot, Google Maps und Outdooractive: Was man im Wald falsch machen kann – und was richtig

Diese Erfahrung kann auch Markus Hallermann bestätigen. Er hat Komoot 2010 mit fünf Freunden gegründet, mittlerweile hat die App in Deutschland 13 Millionen Nutzer. »Unsere Community ist generell am Naturschutz interessiert. Eine interne Umfrage hat ergeben, dass 95 Prozent der Nutzer und Nutzerinnen bereit sind, sich an Sperrungen zum Schutz der Umwelt zu halten.«

Probleme, sich an neue Regeln zu halten, habe seiner Erfahrung nach oft eher die Bevölkerung vor Ort. »Menschen lassen sich nicht gern Wege verbieten, die sie schon seit ihrer Kindheit gegangen sind.« Als hätte man sie zur Bestätigung dort hingeschickt, trifft Hamann auf seiner Tour in der Nähe des Seeadlers zwei Radfahrer, die »hier schon seit Jahren herkommen«. Problembewusstsein gibt es keins.

Komoot, Google Maps und Outdooractive: Was man im Wald falsch machen kann – und was richtig

Für Menschen, die mit der App wandern, könne man dagegen Gebiete auch digital sperren, sagt der Komoot-Gründer Hallermann – zeitweise, zum Beispiel für Brutzeiten, oder dauerhaft. Dann schlägt Komoot den Nutzern keine Strecken durch dieses Gebiet vor. »Wir bieten kostenlose Schulungen für Naturschutz- und Tourismusorganisationen an, in denen sie lernen, wie man Komoot zur bessern Besucherlenkung einsetzen könnte.«

Auch Google Maps und andere Anbieter ermöglichen Ähnliches. Und überall haben Jäger und Förster theoretisch die Möglichkeiten, einfach wie ganz normale Nutzer Ortsmarken zu setzen und so Hinweise in den digitalen Karten zu hinterlegen. Das Problem: Selbst, wenn sie die technische Expertise hätten, sind viele von ihnen ohnehin sehr beschäftigt. »Das Berufsbild des Försters hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert«, sagt Hamann, der Jäger. »Früher konnte man sich mal um ein paar Schilder oder Bänke kümmern. Das ist heute nicht mehr drin.«

Wild und Wanderer auf verschiedene Pfade locken

Nach etwa zwölf Kilometern kommt Hamann dank Routenführung mittlerweile auf einem Pfad an, der kaum mehr als solcher erkennbar ist. Die Routen entstehen automatisiert anhand von Orten, die Nutzer hinterlegt haben. Laut Komoot-Gründer Hallermann müssen mehrere Menschen einen Weg gegangen sein, bevor das Programm ihn in die Routenplanung aufnimmt. Aber was ist das? Nach etwa 200 Metern erscheint eine gemähte Wiese.

»Das ist ein Gebiet, dass von uns gemulcht wird, damit Kräuter wachsen. So locken wir das Wild von anderen Jungpflanzen weg. Aber wenn da jetzt ständig Menschen durchgehen, ziehen die Tiere sich natürlich eher zurück«, sagt Hamann.