Der Niedergang des klassischen Dresscodes der Macht begann mit dem Ausbruch der Finanzkrise

Die Idee kam übrigens von einem Auszubildenden. Er gab zu bedenken, dass Anzug und Krawatte eine größere Distanz zu Kunden aufbauen könnten, die ihrerseits immer seltener formal gekleidet zum Beratungstermin erscheinen. Mit der Abschaffung des Dresscodes versucht die Haspa also, optische Barrieren einzureißen. Klingt gut, einerseits. Danach, dass sich die optische Gleichmacherei positiv auf die Unternehmenskultur auswirkt. Danach, dass die gute Idee mehr zählt als die Hierarchieebene, Kreativität mehr als Status. Andererseits wird mit dem Dresscode kein Gehorsamsgefälle abgebaut. Die meisten deutschen Unternehmen sind immer noch hierarchisch organisiert. Und nur weil Allianz-Chef Oliver Bäte auf der Hauptversammlung rote Turnschuhe trägt, heißt das nicht, dass er auf die Ausübung von Macht verzichtet.

Der Niedergang des klassischen Dresscodes der Macht begann mit dem Ausbruch der Finanzkrise