Die Schuhe der Running-Stars: Was Usain Bolt, Justin Gatlin & Co. bei der WM in London tragen

ISPO.com zeigt, welche Schuh- und Sportartikelmarken beim Sport-Großevent in London für Aufsehen sorgten. Und wie es kam, dass Usain Bolt zwar in Gold läuft, aber kein Gold gewinnen konnte.

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Usain Bolt startet mit Puma ein letztes Mal

Puma hat auch 2017 wieder auf den schnellsten Mann der Welt gebaut. Allerdings zum letzten Mal, da der Weltrekordhalter über 100 und 200 Meter seine Schuhe nach der WM an den Nagel hängt. Deshalb war in Herzogenaurach auch etwas Wehmut mit dabei, als Bolt am Abend des 5. August zum letzten Mal über die 100 Meter an den Start ging – und die Erwartungen enttäuschte: Statt Gold holte Bolt in seinem letzten Einzelstart nur Bronze.

„Wir sind stolz darauf, über so viele Jahre mit Usain zusammengearbeitet zu haben. Unsere Partnerschaft wird noch weit über sein Rennen am Wochenende hinaus weitergehen“, äußerte sich CEO Björn Gulden in einer Pressemitteilung zum WM-Start.

Was es beim Kauf von qualitativ hochwertigen Laufschuhen zu beachten gibt, erfahren Sie hier von unserem ISPO-Experten >>>>

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Die Sponsoren der Leichtathletik-Stars

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„Forever Fastest“ steht auf den Bolt-Schuhen

Wie bei den medialen Inszenierungen mit Usain Bolt üblich wurde auch das Karriere-Finale ausgiebig gefeiert: Für sein Abschiedsrennen hat Puma dem 30-Jährigen ein brandneues Schuhmodell maßgeschneidert. Seine Eltern Wellesley und Jennifer Bolt übergaben ihm das erste Paar „Puma Legacy Spikes“ auf einem Event des Sportartikel-Herstellers.

Lesen Sie hier: So läuft das Geschäft mit dem schnellsten Mann der Welt

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„Forever Fastest“ steht auf den weitgehend in Lila und Gold gehaltenen Laufschuhen – „für immer der Schnellste“. Die Zunge des Schuhs ist mit der Jamaika-Flagge verziert, der er bei seinem letzten Auftritten noch einmal in die Kamera halten wollte.

Das hat er auch getan – allerdings nicht wie erhofft zusammen mit der Gold-Medaille. Für Usain Bolt reichte es in 9,95 Sekunden über 100 Meter nur zu Bronze. Gold gewann der US-Amerikaner Justin Gatlin in 9,92 Sekunden vor seinem Landsmann Christian Coleman (9,94).

Kann Nike den WM-Titel von Gatlin vermarkten?

Gatlin, ausgerechnet Justin Gatlin also. Sobald er im Olympiastadion von London auftauchte, wurde er ausgebuht, auch nach seinem Gold-Lauf war das nicht anders. Der Amerikaner, bereits zweimal wegen Doping-Vergehen gesperrt und insgesamt vier Jahre nicht startberechtigt gewesen (2006 bis 2010), gilt nicht gerade als Liebling der Szene.

Die Schuhe der Running-Stars: Was Usain Bolt, Justin Gatlin & Co. bei der WM in London tragen

Als Ausrüster Nike 2015, also nach Gatlins Comeback, den Sponsoren-Vertrag verlängerte, geriet der weltweite Marktführer in die Kritik, selbst Nike-Athleten wie Marathon-Legende Paula Radcliffe distanzierten sich: „Ich glaube nicht, dass dies die Grundwerte von Nike, die ich stolz repräsentiere, noch die Integrität oder die Ideale der Menschen dort widerspiegelt, mit denen ich täglich zusammenarbeite.“

Nun also hat Justin Gatlin erstmals Usain Bolt in einem Finale bezwungen – und doch bleibt ein schales Gefühl. Wie kann Nike den Erfolg über Puma vermarkten? Als Gatlin, immerhin zweimal überführt, nach dem 100-Meter-Finale in der Pressekonferenz auf das Thema Doping angesprochen wurde, attackierte er die Journalisten: „Wir arbeiten hart, trainieren jeden Tag. Ihr sitzt rum und tippt auf eure Computer!“

Gold-Schuhe bringen Bolt kein Glück

Zurück zu Usain Bolt. Noch tragischer als das 100-Meter-Finale verlief das allerletzte WM-Rennen seiner großen Karriere: die 4x100 Meter Staffel, in der er mit Jamaica die letzte Goldmedaille seiner Karriere gewinnen wollte.

Doch dann das: Bolt, Schlussläufer seines Teams, geriet auf der letzten Zielgerade seines Lebens ins Straucheln – ein Muskelkrampf. Er stürzte. Und kam nicht mehr ins Ziel. Die goldenen Schuhe von Puma, sie brachten Usain Bolt kein Glück.

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Adidas holt Gold über 400 Meter

Doch nicht nur Puma versucht, seine Umsätze durch das Gipfeltreffen der Leichtathleten anzuheizen. Auch Adidas hatte sich Topstars gesichert: Der südafrikanische Olympiasieger Wayde Van Niekerk, über 100 Meter nicht im Finale, wollte sich im Adidas-Dress mit seinen „Adizero Prime SP" zum Star der Spiele machen – doch nach dem Sieg über 400 Meter scheiterte er über 200 Meter überraschend.

Gold gewann Wayde Van Niekerk über 400 Meter vor Steven Gardiner aus Bahrein. Auch über 200 Meter war der 24-jährige Adidas-Mann Favorit, musste sich dann aber im Zielsprint überraschend dem Türken Ramil Guliyev geschlagen und mit Platz 2 zufrieden geben.

Tori Bowie läuft im Dress von Nike – und in Adidas-Schuhen

Frauen-Power unterstützen, scheint das Motto von Nike zu sein. Allyson Felix ist nämlich die Erfolgreichste im ‚Nike-Aufgebot’. Die sechsfache Olympiasiegerin will mit dem Swoosh-Symbol auf den Running-Schuhen ihre nächsten großen Erfolge einfahren. Am Ende wurde es nur Platz 3 über 400 Meter.

Schnellste Frau der Welt war in London Tori Bowie, die sich über 100 Meter in 10,85 Sekunden knapp gegen die Ivorerin Marie-Josée Ta Lou (10,86) behauptete.

Spannend aus Ausrüster-Sicht: Sie lief in Nike und Adidas: Nike ist der Ausrüster ihres US-Teams, die Schuhe (und Sponsoren-Gelder) aber bekommt Tori Bowie von Adidas. Im Finale stürzte die Siegerin spektakulär über die Zielline, was ihre hellblauen Adidas-Treter besonders gut in Szene setzte. Torie Bowie führte die USA auch zum Sieg über die 4x100 Meter Staffel.

Gina Lückenkemper und Rico Freimuth sorgen für Aufsehen

Aus deutscher Sicht für Aufsehen sorgte Gina Lückenkemper. Die 20-Jährige knackte im Vorlauf die 11-Sekunden-Marke, in 10,95 gelang ihr als erster deutsche Frau seit einem Vierteljahrhundert ein Lauf unter 11 Sekunden. Ins Finale schaffte sie es dann zwar noch, doch auch mit Platz 4 in der Staffel sorgte sie noch einmal für Aussehen – in Adidas-Schuhen zum Nike-Dress des DLV.

Ein anderer Deutscher darf sich künftig als „König der Leichtathleten“ vermarkten lassen: Rico Freimuth gewann Gold im Zehnkampf. Auch er startete im Nike-Dress des DLV – und mit Schuhen von Adidas. Die Herzogenauracher hatten 2014 zunächst den Sponsoren-Vertrag mit dem Mann aus Halle/Saale auslaufen lassen, der daraufhin sogar geklagt hatte: „Ich habe derzeit keinen einzigen echten Sponsor.“

Inzwischen ist Adidas wieder dabei, zudem zieren die Logos der Bundeswehr, von BMW und der Sparkasse die neue Homepage von Rico Freimuth.

Under Armour hat Nachholbedarf im Leichtathletik-Sponsoring

Under Armour ist im Vergleich noch nicht so breit aufgestellt. Einzig die Staffel-Olympiasiegerin Natasha Hastings (USA) trägt bisher Under Armour. Sie hatte sich aber nicht für das US-Team qualifizieren können, das am Schlussabend über 4x400 Meter Gold gewann.

Die ganz großen Namen der Leichtathletik sind anderswo unter Vertrag. Im Vergleich dazu hatte als der US-amerikanische Sportartikel-Hersteller bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 noch ein Sponsoring-Ausrufezeichen gesetzt.

Top-Stars wie Tennisspieler Andy Murray oder Schwimm-Superstar Michael Phelps waren dort die Olympia-Werbeträger. Dass das nicht aus dem Stand im großen Stil und in allein Bereichen klappt, weiß Peter Murray, Sportmarketing-Vizepräsident bei Under Armour. „Wir versuchen die Marke weltweit größer zu machen“, sagt er. „Doch wir beginnen gerade erst.“

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