Gummistiefel sind im Trend - Mit diesen Schuhen kommen Sie durch das Hudelwetter

Gummistiefel sind im Trend - Mit diesen Schuhen kommen Sie durch das HudelwetterGummistiefel sind im Trend - Mit diesen Schuhen kommen Sie durch das Hudelwetter

Gummistiefel sind im Trend – Mit diesen Schuhen kommen Sie durch das Hudelwetter

Das aktuelle Wetter ist nur einer der Gründe, warum Gummistiefel angesagt sind. Lassen Sie sich inspirieren.

Aleksandra Hiltmann

Sturm, Platzregen, Starkregen, Dauerregen, Gewitter. Dieser Sommer hat es in sich.

Zum Glück hilft uns die Mode, diese Phänomene zumindest ein wenig abzufangen. «Gummistiefel trenden», verkündete die «Vogue» im Juni 2021. Das ist nicht ganz neu, der Trend hält sich aber offenbar. Warum? Weil die Gummistiefel profitieren würden von einer anderen Bewegung, wie «Vogue»-Autorin Kati Chitrakorn schreibt: Gorpcore.

Der Wortstamm Gorp- kommt von der englischen Redewendung «Good ol’ raisins and peanuts», die für den sogenannten «trail mix», diesen kleinen Proviant, den man zum Wandern mitnimmt, steht. Rosinen und Nüssli eben – bei uns bekannt als Studentenfutter.

Konkret muss man sich diesen Trend so vorstellen: Natur trifft Stadt, Berg trifft Trottoir, Outdoor trifft Street-Style. Fette North-Face-Daunenjacke, Columbia-Regenjacke und Patagonia-Fleece, Birkenstock-Sandalen – alles kann zu Jeans, eleganten Hosen oder Röcken getragen werden – in der City, versteht sich.

In einem Artikel im US-Magazin «

The Cut

»

, in dem der Ausdruck «gorpcore» etabliert wurde, kursieren verschiedene Erklärungen, weshalb dieser Stil so beliebt ist: Weil er tatsächlich einfach praktisch ist – eine Regenjacke schützt in der Tat gegen Regen. Und Outdoorklamotten seien cooler als andere Kleider, weil sie ursprünglich gar nicht erst versuchten, cool zu sein.

Zudem kann man durch das Tragen funktionaler Teile zeigen: Auch wenn man selten raus aus der Stadt kommt, ist man der Natur zugetan. Sogar ein politisches Statement kann man mit dem Outfit abgeben: Ich bin umweltbewusst (oder möchte so wahrgenommen werden).

Die Pandemie habe den Gorpcore-Trend zusätzlich verstärkt, meint die «

Vogue

»

. Bei eingeschränkter Mobilität und reduziertem Angebot wird das Abenteuer eben draussen vor der Tür gesucht. In entsprechend praktisch-sportlicher Bekleidung.

Und von all dem profitieren auch die Gummistiefel. Hier etwas Inspiration, um trocken und modisch durch den verregneten Sommer zu kommen.

Die Klassiker

Ob in Grün für den Wald oder in Lackoptik für die Flaniermeile: Die britische Marke Hunter liefert mit ihren «Knapp unters Knie»-Höhe-Modellen die klassische Variante des Gummistiefels. Ein sicherer Wert. Zeitlos und überall einsetzbar. Kostenpunkt: circa 160 Franken.

Die Design-Liga

High-End-Design geht auch in Gummi – und biologisch abbaubar. Der Puddle Boot von Bottega Veneta sei so beliebt gewesen, dass das Label Mühe gehabt habe, die Nachfrage zu stillen. Im Bild das Modell in der Farbe Kiwi, weitere Varianten gibt es in Schattierungen wie Lollipop, Grass oder Flamingo. Mit knapp 600 Franken leider nicht ganz günstig.

Ankle-Boots

Populär unter Fischern und Matrosinnen in Alaska: die rutschfesten Boots der Marke Xtratuf. Hier in der verspielten Version in Farben passend zum Meer – oder zu einem schönen Fluss in der Schweiz.

Zwiebelprinzip

Gummiüberzieher für ganz normale Schuhe – moderne Galoschen. Zum Beispiel die Modelle des Labels Swim, designt von Johan Ringdal, der sich dazu vom teils garstigen Wetter in seinem Heimatland Norwegen inspirieren liess.

Alleskönner

Unten Gummi, oben robustes Leder, für den Winter auch die Variante mit Fütterung – der Bean Boot. Sein Entwickler, der US-Amerikaner Leon Leonwood Bean war selbst Jäger und Fischer, das ursprüngliche Modell: der Maine Hunting Shoe aus dem Jahr 1912. Später sogar ein Studienobjekt, um der Beziehung des Menschen zum Freizeitsport und zum Wald nachzugehen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stand er für jene, die irgendwann nicht mehr Jäger waren und deshalb in den Wald gingen, gleichzeitig aber auch nicht dem Luxustourismus frönten. Heute sind der Bean Boot und ähnlich designte Modelle Verkaufsschlager, sogar Begleiter für festliche Anlässe.

Inkognito unterwegs

Gummischuhe ja, aber nicht zu auffällig. Deshalb hier das als Sneaker getarnte Modell, zum Beispiel in der weltberühmten Form des Chuck-Taylor-Converse-Schuhs.

Das gewisse Extra

Funktional muss nicht langweilig sein. Kleine Accessoires am Schuh oder einfach ein buntes Muster machen Freude. Die beliebten Wellies der britischen Marke Joules etwa gibt es in Leo-Flower-Print oder mit Fransenanhänger. Oder auch der transparente Lemon-Jelly-Regenschuh Ravyn mit Recycling-Anteil – und Discosohle.

Aleksandra Hiltmann ist Redaktorin für das Ressort Leben. Sie hat an der Universität Zürich Politikwissenschaften studiert. Hier schreibt sie zu Themen rund um Kultur und Gesellschaft. Zu ihren speziellen Interessengebieten gehören Diversity-Themen und der Balkan.

Zeigt wieder einmal schön, wieso ich die ganzen Modetrends nicht ernst nehmen kann: Crocs waren ein absolutes Unding, geht gar nicht. Dann kommt ein Heini, designed ein noch hässlicher Stiefel, hängt es Bitzeli Öko dran, machte einen lustigen Namen (Puddle Boot) und verlangt einen absurden Preis: schon ist ein Modetrend entstanden, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Einfach nur lächerlich, und noch lächerlicher sind die, die darauf hereinfallen...