Schuh-Trend: Auf dicken Sohlen – Plateau und Profil sind "in"

Plateaustiefel sind in diesem Herbst und Winter ein Muss. "In unruhigen Zeiten wie diesen sehnen sich die Menschen nach Schutz, Orientierung und festen Boden unter den Füßen", sagt Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut. Diesen festen Boden vermitteln die Designer mit zentimeterhohen Plateauschuhen, die Bodenhaftung geben sollen. Das zweite Trendthema ist die Profilsohle. Auch sie steht für Standfestigkeit – im übertragenen Sinn wie auch auf verschneiten Straßen. "Die beiden P's sind in der kommenden Saison einfach elementar: Plateau und Profil", sagt Claudia Schulz.

Schon im August stehen die neuen Modelle in den Regalen der Schuhhäuser. Katharina Martin von der Schuhhandelskette Deichmann verspricht für die Herbst- und Wintersaison nicht nur einfache Plateausohlen: "Wir haben Modelle mit doppeltem und dreifachem Plateau im Sortiment." Im Trend lägen auch Pumps mit verdecktem Plateau. "Plateau ist einfach in, egal in welcher Form", sagt sie. In Kombination mit hohen Absätzen seien sie bequem, streckten Bein und Wade gleichermaßen und machten jede Frau ein Stück größer.

Sowohl Plateaustiefel als auch Stiefeletten werden in der kommenden Saison zusätzlich mit derber Profilsohle angeboten. "Elegant trifft rustikal – Profilsohlen überraschen sogar im Mix mit femininen High Heels", sagt Kirstin Deutelmoser von der internationalen Schuhmesse GDS in Düsseldorf. Claudia Schulz sieht in den "Zwittermodellen" einen besonderen Reiz: "Sie bringen Spannung in die Mode."

Stiefel sind – wie auch schon in den vergangenen Saisons – ein Muss in der kommenden kühlen und kalten Jahreszeit. Egal mit welcher Schaftlänge – von der Stiefelette bis zum Stiefel, der bis übers Knie reicht. "Der Overknee ist salonfähig geworden", findet Deutelmoser. Praktisch und alltagstauglich sind die hohen Schäfte vor allem dann, wenn man sie variieren kann. Viele Hersteller sorgen mit Knöpfen, Krempen oder Reißverschlüssen dafür, dass der Overknee in der Schafthöhe reguliert werden kann. "Der Trend zum Overknee wird sich auf breiter Front durchsetzen", vermutet Claudia Schulz. Die hohen Stiefel passen zu den modischen kurzen Röcken in Kombination mit blickdichten Strumpfhosen. Bequem wird es mit Keilabsätzen.

Auch mit Plateau-Pumps und Röhrenjeans oder Bleistiftrock ist der modische Auftritt garantiert. "Die neuen Schuhtrends passen zur aktuellen Mode, die den Fuß durch kurze Röcke und Hosen in den Vordergrund stellt", sagt Regine Bauer, Produktmanagerin bei der Schuhkette Görtz. Dementsprechend seien besonders auch knöchelhohe Stiefel aktuell. Ankle-Boots werden, anders als im vergangenen Jahr, allerdings geschnürt.

Wer es lieber etwas flacher mag, ist im kommenden Winter mit den Biker- und Farmerstiefeln sowie Bergsteiger-Boots bestens bedient. Auch hier findet man derbe Looks und Profilsohlen. "Outdoor-Themen werden citytauglich – auch bei den Damen", sagt Claudia Schulz. Dafür werden kernige Stiefel mit Keilabsätzen kombiniert.

Auch haben die Designer hier Schnallen, Nieten und andere metallische Accessoires als rockig-rebellische Hingucker angebracht. "Ganz groß im Kommen sind auch Reißverschlüsse als Deko-Element", ergänzt Regine Bauer. Diese hätten keinen praktischen, sondern ausschließlich verzierenden Zweck. Dekoriert werden Stiefel und Stiefeletten außerdem mit Besätzen aus Tweed, Strick oder Filz – diese verleihen einen rustikalen Look. Für die Übergangszeit empfiehlt Schulz die neuen Ballerinas zum Schnüren. Diese wirkten sportlich und ein wenig mädchenhaft.

Im Gegensatz zu der rockigen Schiene mit glattem, schwarzem Leder und Nieten fahren die Schuh-Designer vor allem auch eine Kuschel-Linie. "Die Materialien sind sehr weich, matt und griffig, erklärt Claudia Schulz. Velours und Nubuk stehen daher im Mittelpunkt. Aus dem vergangenen Jahr lassen sich auch die Ugg-Boots wieder aus den Tiefen des Schuhregals hervorkramen, um durch den Schnee zu stiefeln.

Zwar zeigen sich die Schuhe in puncto Sohle und Verzierungen auffällig, bei den Farben jedoch eher gedeckt. Grau, Braun, Khaki, Oliv und nebulöse, undefinierbare Farben sind Trend. Der Star unter den "Undefinierbaren" ist die Farbe Taupe. Diese Mischung aus Grau und Braun, mit einem Stich Violett, passt zu jeder anderen Farbe. "Taupe ist ein Kombinationskünstler und daher ganz stark im Kommen", sagt Claudia Schulz.

Auch verwaschene Rot- und Violetttöne sind angesagt und ein verwaschenes, rauchiges Blau. "Knallfarben sieht man eher selten und wenn, dann als Akzent", sagt Regine Bauer von Görtz. Der Klassiker bleiben schwarze Schuhe – am besten in Kombination mit Rüschen oder Nieten.

Herren stiefeln ebenso wie die Frauen in die Herbst-Winter-Saison. Zum Anzug können Chelsea-Boots getragen werden, in der Freizeit sind Biker- und Bergsteigerboots mit Haken und Ösen angesagt. "Wir wollen den Mann im Canadian-Holzfäller-Look sehen", sagt Claudia Schulz. Statt Sneaker werden modern interpretierte Halbschuhe in kerniger Aufmachung mit aufgerauten Materialien oder Vintage-Finish getragen.