Übermedien Ein Bild lügt mehr als tausend Worte

#12: Also was ich will, oder auch nicht will, steht hier überhaupt nicht zur Debatte. Ebenso mein vorgeblicher Stolz über meinen Abschluss an der LMU München. Es geht in meiner Kritik um den Artikel, bzw. dessen Inhalt. Sie haben ja völlig Recht mit der Journalisten Ausbildung, einmal davon abgesehen, dass Kommunikationswissenschaften jetzt auch nicht mit einem Journalismus Studiengang gleichzusetzen ist. Bei Letzterem muss man obendrein noch „schreiben“ können. In der KW lernt man wie es generell funktioniert zwischen Sender und Empfänger. Es ist ja auch okay, wenn Sie durch diesen Artikel aufgefrischt werden. Aber der Kern der Sache ist ein anderer. Man muss generell unterscheiden zwischen der „Bildberichterstattung“ und der inszenierten Fotografie. Es gibt Überschneidungen. Annie Leibovitz zum Beispiel. Als sie die Stones begleitet hat, kam es darauf an zum richtigen Zeitpunkt auf den Aulöser zu drücken. Das ist weder manipuliert noch inszeniert. Und dann macht Frau Leibovitz noch Auftragsarbeiten – Mode und Portrait. Das ist dann wirklich inszeniert aber keineswegs manipuliert im negativen Sinn. Und Lüge ist es auch nicht. Und sicherlich wird Frau Leibovitz, die unzweifelhaft ihr Handwerk versteht, wissen wie sie ein Portrait zu dem macht was es sein soll. Ein ziemlich subjektiver Blick auf eine Person, der im idealfall mehr über diese Person erzählt als es Worte auf dieser Welt gibt. That’s it. Der Artikel nimmt wahllos Fotos als Beispiel für eine Thematik, welche mit diesen Fotos nicht belegt werden kann. Das ist der Punkt. Nehmen wir mal das Lieblingsbeispiel des Autors – Herrn Laschet. Das offizielle Pressefoto lügt weder noch ist es manipuliert. Es ist der schlechte Blick eines noch schlechteren Fotografen auf eine Person, die dadurch eher beschädigt wird. Wie das halt so kommt, wenn man in der Ausbildung nicht aufpasst. Aber ich bin nicht derjenige der bei der CDU die Fotos freigibt. Wäre ich das existierte weder dieses Foto, noch würde der Fotograf jemals wieder angerufen. Was gänzlich fehlt im Artikel ist der „goldene Schnitt“. In einer idealen Welt drückt auch ein Bildberichterstatter genau dann auf den Auslöser, wenn dieses Verhältnis gegeben ist. Und solche Fotos – das sind dann Icons. Aber immer noch keine Lüge.

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