Winterschuhe: Mit diesen Stiefeln trotzen Sie dem Schneechaos

Jedes Jahr das selbe Spiel: Wenn draußen dicke Schneeflocken fallen und Autos schmutzige Eisbrocken von der Straße auf die Bürgersteige schleudern, stehen viele Frauen ratlos vor dem Schuhschrank. Ballerinas und High Heels müssen jetzt zu Hause bleiben – bei Schnee und Eis helfen nur noch warme, gefütterte Winterschuhe mit fester Sohle sicher über die Straße. Und genau damit wären wir schon beim Problem: Winterschuhe sind in den meisten Fällen nicht schön, sondern klobig, maskulin und in vielen Fällen einfach nur hässlich.

Bestes Beispiel für das Winterschuh-Dilemma sind die seit einigen Jahren überaus beliebten Ugg-Boots . Die in den 70er-Jahren in Australien für nasse Surferfüße entworfenen Stiefel sind warm, weich und pelzig, außen aus Leder oder Strick, innen mit Lammfell gefüttert. Ugg-Boots sehen aus wie die Hausschuhe eines Inuit, der nach einem langen Tag von der Robbenjagd in sein Iglu zurückkehrt und dort als Erstes in seine Puschen schlüpft. Außerdem wärmen Uggs zwar die Füße, aber sowohl das Leder- als auch das Strickmodell weisen Wasser und folglich auch Schnee nicht ab. Über kurz oder lang steht man also mit nassen Füßen auf der Straße – dabei wollte man genau das doch vermeiden. Außerdem bilden sich durch Streusalz hässliche Ränder, die die teuren Treter schnell wertlos machen.

Um dieses Problem wissen natürlich auch die Schuhdesigner. Jedes Jahr versuchen sie sich aufs Neue an der Erfindung einer modisch akzeptablen Alternative zum Ugg. Die deutsche Marke Minnetonka , bekannt für Mokkassins aller Art, hat Wildlederstiefel, ebenfalls mit Lammfell gefüttert, im Programm; dann gäbe es noch Gummistiefel, von der schottischen Kultmarke Hunter etwa, oder auch von Nobelmarken wie Gucci und Burberry. Die weisen zwar im Unterschied zum Ugg-Boot Wasser ab, sind aber nur selten gefüttert. Der Schweizer Schuhhersteller Ammann leistet da schon bessere Arbeit: Die Tradtionsmarke ist für ihre robusten Schnürstiefel aus Kuhfell bekannt, die mit Lammfell gefüttert sind und über eine dicke, rutschfeste Sohle verfügen. Für trendinteressierte Schuhfreunde könnten die robusten Schweizer Schuhe aber eine Spur zu klassisch sein.

Ein Schuhhersteller könnte den Ugg-Boots in diesem Winter aber erstmals Konkurrenz machen: Die britische Schuhmarke Fit Flop mit ihrer „Snugger“-Kollektion. Zwar sehen die ebenfalls mit Schaffell gefütterten, wadenhohen Schuhe dem Ugg sehr ähnlich. Im Unterschied zu Uggs ist die Außenhaut des "Snugger" aber wasserabweisend und der Schuh sitzt nicht nur optisch, sondern auch innen deutlich schmaler am Fuß.

Seit die Snugger-Stiefel im September 2009 in Großbritannien auf den Markt kamen, wurden dort mehr als 80.000 Paare verkauft. Was auch daran liegen mag, dass die speziell geformte Snugger-Sohle beim Gehen die Bein- und Gesäßmuskeln stimuliert. Laut Hersteller reduziert der Schuh damit Cellulite.

Die amerikanische Designerin Anna Sui entwarf für Fit Flop den indianisch anmutenden "Shakoa-Boot": Der gefütterte Schuh und mit fester Snugger-Sohle ist außen aus wasserabweisendem, dunkelbraunem Wildleder gefertigt und mit Strasssteinen verziert. Der "Shakoa", im November 2009 erstmals im Onlineshop Net-a-porter erhältlich, war dort innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Über eine wichtige Tatsache können die Vorteile des "Snugger" aber nicht hinwegtäuschen: Schön sind diese Schuhe ebenfalls nicht. Folgerichtig müssen Frauen sich im Winter entscheiden – und entweder auf hübschen, hohen Absätzen über Eis torkeln, oder warm, aber wenig anmutig durch den Tag watscheln. Die Entscheidung erleichtert ein simpler Trick, den Redakteurinnen von Modemagazinen aus dem Effeff beherrschen: Auf der Straße Winterstiefel tragen und im Büro auf elegantere Wechselschuhe umsteigen.