Menschenblut im Schuh – Die 1000-Dollar-Sneakers aus der Hölle

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Menschenblut im Schuh – Die 1000-Dollar-Sneakers aus der Hölle

Menschenblut im Schuh – Die 1000-Dollar-Sneakers aus der Hölle

Mitarbeiter eines New Yorker Künstlerkollektivs liessen sich ein Paar Tropfen Blut abnehmen, das in schwarz-rote Nike-Turnschuhe eingebaut wurde. Aus der Zusammenarbeit mit einem US-Rapper sind 666 Paare der teuflischen Serie entstanden. Nike hat damit aber nichts zu tun.

Aktualisiert: 29.03.2021, 17:25

Nike wollte von der Herstellung des teuflischen Projekts nichts wissen, nichts damit zu tun haben. Basierend auf dem Modell Air Max 97 – den wohl bekanntesten und beliebtesten Sneakers von Nike – haben US-Rapper Lil Nas X («Montero») und das New Yorker Künstlerkollektiv MSCHF ein umstrittenes Modell auf den Markt gebracht: die «Satan Shoes». Hergestellt wurden 666 Paare.

Jeder Schuh enthält ein Bronze-Pentagramm, ein umgekehrtes Kreuz, einen Hinweis auf die Bibelstelle Lukas 10.18 (zu lesen ist diese auf der Schuhschachtel: «Ich habe gesehen, wie Satan wie ein Blitz vom Himmel gefallen ist») und eben einen Tropfen menschlichen Blutes.

Das Air-Max-97-Modell fällt durch seine durchgängig sichtbare und von japanischen Hochgeschwindigkeitszügen inspirierte Luftsohle auf. Beim neuen Teufelsschuh sind die Sohlen laut MSCHF gefüllt mit einem Mix aus roter Tinte und «einem Tropfen» Menschenblut.

Die Blutspende kam von mehreren Mitarbeitern von MSCHF (der Name steht für «mischief» – englisch für Unfug). «Wir lieben es, für unsere Kunst Opfer zu erbringen», sagte ein Sprecher des Kollektivs. Zudem bestätigte die Künstlertruppe gegenüber CNN, dass Nike «in keiner Weise daran beteiligt war».

Nike reagierte ebenfalls mit einer Erklärung: Man habe weder eine Beziehung zum Rapper noch zu MSCHF. Man habe diese Schuhe weder entworfen noch veröffentlicht, und man werde diese auch nicht bewerben oder unterstützen. Damit beruhigte der Konzern wohl die lautesten Kritiker.

Menschenblut im Schuh – Die 1000-Dollar-Sneakers aus der Hölle

Denn die teuflischen Sneakers lösten am Wochenende eine Welle der Empörung aus und wurden von politischen und religiösen Persönlichkeiten kritisiert, darunter waren die Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, und der evangelische Pfarrer Mark Burns. Erstere sagte, es sei falsch, die Schuhe Kindern als exklusiv zu verkaufen. Exklusiv seien nur ihre von Gott gegebenen Seelen.

Letzterer nannte die Designer-Turnschuhe in einem Tweet «böse» und «Ketzerei».

Es ist wohl ein PR-Coup der besonderen Art, den der Musiker mit der Lancierung (am Palmsonntag) gelandet hat. Gleichzeitig wurde seine neue Single veröffentlicht. Im dazugehörigen Musikvideo sieht man, wie Lil Nas X aus dem Garten Eden zur Hölle fährt und mit dem Teufel – in den Nike-Schuhen – tanzt.

Auch das Label MSCHF erhält die wohl erwünschte Aufmerksamkeit. Obschon es nicht das erste skurrile Produkt ist, das das ursprünglich als Marketing-Agentur gegründete Unternehmen mit Sitz in Brooklyn auf den Markt gebracht hat. Da wäre Puff, das Gummihühnchen-Bong, um nur ein Beispiel im Bild zu zeigen.

In der Vergangenheit hatte das Kollektiv einen Laptop mit einigen der gefährlichsten Computerviren der Welt für über 1,3 Millionen US-Dollar verkauft. Im Februar riss die Gruppe vier Hermès-Birkin-Taschen auseinander, um eine Kollektion von Sandalen zu einem Preis zwischen 34’000 und 76’000 US-Dollar zu kreieren.

Aber auch mit Schuhen mit biblischem Kontext kennt sich das Kollektiv mittlerweile aus. 2019 präsentierte es die «Jesus Shoes». Diese hatten passenderweise Weihwasser aus dem Jordan in der Sohle und gingen weg wie warme Weggli.

nag

Publiziert: 29.03.2021, 17:25

Nike

21 Kommentare

hanspeter gysin

31.03.2021

Jeden Tag stehen Menschen auf die sowas gut finden.....